Das ist eine berechtigte Frage. Der Duden sagt: Entscheidung bedeutet die Wahl einer von mehreren Möglichkeiten.

Jeden Tag treffen wir unglaublich viele Entscheidungen, nämlich um die Zwanzigtausend. Ja, jeden Tag. Die meisten von ihnen treffen wir allerdings nicht bewusst, sondern unbewusst und intuitiv. Überlege doch einmal, welche Entscheidungen du bereits nach dem morgendlichen Aufwachen an einem Wochentag triffst.

Stehe ich auf oder drücke ich doch nochmal auf die Snooze-Taste? Nehme ich mir die Zeit für eine weitere Tasse Kaffee? Nehme ich die Bahn, den Bus oder fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit/zur Uni/zur Schule? Oder gehe ich doch zu Fuß?  - Machst du dir über all diese Dinge wirklich bewusst Gedanken?

Neben solchen Entscheidungen gibt es natürlich auch welche, über die du dir in der Regel schon mehr Gedanken machst, weil sie weitreichende und nachhaltige Konsequenzen nach sich ziehen können. Möchte ich Kinder? Studium oder Ausbildung – oder doch gleich arbeiten? Nehme ich es in Kauf, für meinen Job/mein Studium in eine andere Stadt zu ziehen? Ziehe ich in eine WG oder leiste ich mir meine eigene Wohnung?

Doch wie entscheiden wir? Mehr mit dem Kopf, mit dem Herzen oder doch spontan aus dem Bauch heraus? Auf diese Frage antwortet jeder in der Regel unterschiedlich. Zum einen kommt es sicherlich auf die Person an und zum anderen ist es oft von der Situation oder vom Umfeld abhängig. Doch gibt es den optimalen Wegweiser? Oder braucht es eine Gewichtung aller Bereiche (Herz, Bauch, Kopf), um gute Entscheidungen zu treffen? Gut möglich.

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Die Qual der Wahl
Meist bleiben wir vor der Wahl der mehreren Möglichkeiten stehen. Denn noch nie konnten wir so viel entscheiden wie heute. So fühlen wir uns nicht selten wie ein Kind in der Süßwarenabteilung im Supermarkt, das nicht weiß, welche Süßigkeit es nehmen soll. Schließlich sind ja alle lecker. Und genau das ist das Problem. Denn wenn sich das Kind nicht entscheiden kann, hat es am Ende gar keine. Die vielen Möglichkeiten machen uns das Leben schwer.
Wer keine Entscheidung trifft, macht ja auch nichts falsch. Und trotzdem auch irgendwie nichts richtig.

"IN THE END… We only regret the chances we didn’t take, the relationships we were afraid to have, and the decisions we waited too long to make."
– Lewis Carroll

Widersprüchlicherweise leben wir in einer Generation, in der wir bei Tinder spontan und in Sekundenschnelle entscheiden, ob uns jemand „gefällt“, oder nicht. Sobald es aber um Entscheidungen geht, die uns direkt betreffen oder langfristige Folgen nach sich ziehen, grübeln wir oft stunden-, tage-, wochen- oder sogar monatelang und können uns trotzdem nicht entscheiden.

Wie sieht es bei dir aus? Fällt es dir oft schwer, Entscheidungen zu treffen? Wenn ja, wie gehst du dann vor? Schläfst du eine oder meherere Nächte darüber oder gehst du rational vor und wägst das Für- und Wider ab? Oder handelst du intuitiv und/oder hörst auf dein Herz?